Das Wunder des Haushaltsbuchs

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Sparsamkeit schont nicht nur den eigenen Geldbeutel und das Konto, sondern auch die wertvollen Ressourcen der Umwelt und ist damit umso wichtiger. Ein sparsames Leben zu führen mag allerdings zunächst einen unschönen Beigeschmack haben, denn oft gehen abwertend konnotierte Begriffe wie Geiz und Verzicht mit der Sparsamkeit einher. Doch Sparsamkeit — nicht nur in finanzieller Hinsicht — ist bescheiden, bedacht und zukunftsorientiert. In einer Zeit wie dieser, in der eigentlich nicht vorhandene Umweltressourcen unnötig verbraucht werden und die Wirtschaft nur zu überleben scheint, wenn sie stetig höher, schneller und weiter wächst, ist Sparsamkeit unvorstellbar, für die Rettung der Welt aber unerlässlich. Sie lässt sich mithilfe eines simplen Büchleins umsetzen, sodass sich sowohl Umwelt als auch Dein Geldbeutel bei Dir bedanken werden: dem Haushaltsbuch.

Sei der Buchführer Deines eigenen Haushalts

Es klingt zunächst paradox, durch die sorgfältige Auflistung der getätigten Zahlungen aller Art sparsam zu leben. Das Geld ist schließlich weg. Ein Haushaltsbuch ermöglicht einen Einblick in die Vergangenheit, es gibt Auskunft über die variablen Ausgaben pro vergangener Kalenderwoche, Monat oder Jahr. Also was beim Barte des Merlins hat die systematische Erfassung der Ausgaben mit Sparsamkeit zu tun, wenn das Haushaltsbuch verrät, dass in der vergangenen Zeit eben nicht sparsam gelebt wurde?

Trommelwirbel bitte: Sie lässt Dich erröten und beschämt dreinblicken, wo Du doch an so vielen Ecken und Kanten hättest sparen können. Die rot markierte Gesamtausgabe fordert dich heraus, im nächsten Abrechnungszeitraum weniger auszugeben. Du kannst gar nicht anders, als es der Gesamtsumme zu zeigen. Bereits ein simples Haushaltsbuch in Papierform erzielt diesen Effekt. Natürlich könnte ein digitales Haushaltsbuch auch mit schnell und automatisch generierten Statistiken und Prognosen für einen noch größeren Ansporn sorgen, doch die Ausführung der Buchführung ist jedem selbst überlassen. Im Folgenden gibt es trotzdem nun einige Anregungen.

How to: Haushaltsbuch führen

Haushaltsbuch führen heißt, jede noch so kleine Zahlung aufzulisten und sie am Ende des selbstgewählten Abrechnungszeitraums — ein wöchentlicher oder ein monatlicher eignen sich dabei besonders gut — zu addieren. Die Fixkosten hältst Du der Übersichtlichkeit und Relevanz lieber auf einer separaten Seite fest. Ein Haushaltsbuch lässt sich sowohl digital, als auch mit Papier und Stift führen. Durch spezielle Computerprogramme oder einer Excel-Tabelle kannst Du Deine Ausgaben digital dokumentieren, Bedienungshilfen und Vorlagen gibt es im Programm selbst. Mit Microsoft Excel kannst Du Dich schon freier austoben, brauchst aber auch eine gute Prise Übung. Sogar Banken bieten an, die Ausgaben auf der Online-Banking-Seite kategorisch zusammen zu fassen. Hierbei können die Barzahlungen natürlich nicht mit berechnet werden. Der größte Vorteil von Computerprogrammen ist die Möglichkeit, die Ausgaben und Prognosen schnell und fehlerfrei in graphische Darstellung umzuwandeln und sie dadurch visuell betrachten und analysieren zu können. Gleiches funktioniert gewiss auch bei der analogen Variante, kostet aber viel mehr Zeit, Geduld und ein gutes Geodreieck. 

Du solltest neben dem Geldbetrag auch unbedingt die Kategorie aufschreiben: Ernährung, Haushalt, Mobilität, Freizeit, Multimedia, Reisen, Gesundheit… Je länger Du das Haushaltsbuch führst, desto deutlicher werden Deine individuellen Kategorien. Hier ist mein Geheimtipp an Dich: Notwendige Ausgaben wie solche für Lebensmittel, die Reparatur der Waschmaschine oder das Bahnticket markierst Du grün. All’ die anderen, unnötigen Ausgaben, die du Dir nach angemessener Reflexion darüber hättest sparen können, markierst du rot. Grün wirkt beruhigend und entspannend, alles ist im Gleichgewicht, in Sicherheit. Rot dagegen warnt vor Gefahr und bedeutet Achtung. Je sparsamer und bedachter Du ausgibst, desto beruhigender wirkt Dein Haushaltsbuch auf Dich. Das ist die Macht der Farbe.

Eine letzte Bitte habe ich noch an Dich: Bevor Du Dir ein vorgefertigtes Haushaltsbuch aus dem Buchladen kaufst, schau bitte, ob Du nicht noch einen Block, Papier oder freie Seiten in deinem Notizbuch oder Kalender hast, die für Deine Ausgabenkontrolle ausreichen. DAS ist nämlich Nachhaltigkeit. Viel Erfolg!

von Maleen Focken